Was nimmt man mit auf die Urlaubsreise?

Für den Bordmechaniker – 19. Lektion
Heft  42/1962

Viele haben für diesen Sommer die Urlaubsreise schon festgelegt, andere planen noch und eine dritte Gruppe läßt alles an sich herankommen. Die einen sind für kleine Spritztouren, die anderen für eine zusammenhängende Reise von 14 Tagen bis ca 3 Wochen, wobei 2000 km und mehr bewältigt werden sollen. Vereinzelte planen eine Exkursion in andere Erdteile, die mehrere Monate dauern soll. Afrika und Asien sind dann das Ziel.

Ob kleine oder große Reisen, es kommen immer wieder Anfragen, was soll an Ersatzteilen und Werkzeugen mitgenommen werden.
Zu jeder Vorbereitung einer Reise gehört auch eine Vorbereitung des Fahrzeuges. Man stellt also zunächst fest, wie viele Kilometer sind seit der letzten gründlichen Überholung des RolIers gefahren worden. Sind zum Beispiel die letzten 6000 bis 10000 km keine Unterbrecherkontakte ausgewechselt worden, wird man diese überprüfen und wenn entsprechende Verschleißspuren vorhanden sind, sofort erneuern. Hat die Kurbelwelle 25 000 und mehr Kilometer hinter sich, so fährt man mit dieser nicht mehr nach Indien oder  Ägypten oder an die Goldküste, ohne zumindest einen Ersatz mitzunehmen. Man wird also einen Roller, der 20000 und mehr Kilometer gefahren ist einer strengeren .Durchprüfung unterziehen, als einen der gerade eingefahren ist. Zeigen sich zum Beispiel beim Schalten Schwierigkeiten, wird man feststellen müssen, ob der Verbrauch im Schaltsegment zu suchen ist, oder ob das Schaltkreuz erneuert werden muß, oder ob es genügt die Schaltseile nachzuspannen. Man wird auch die Kupplung kontrollieren müssen.

Der.Kupplungsverschleiß ist in den meisten Fällen eine Angelegenheit des Fahrers. Der eine hat nach 30000 km noch die ersten Beläge, der andere muß diese nach 1000 km schon erneuern. Ebenso müssen beide Bremsen in Ordnung gebracht werden. gehen die Betätigungszüge schwer, müssen vielleicht neue Hüllen eingezogen werden.
Bei diesen Überprüfungen zieht man am besten den gewohnten und verläßlichen Vespa-Service zu Rate. Aber nicht in der letzten Minute. Heutzutage sind die Werkstätten so mit Arbeit überfüllt, daß es sich schon empfiehlt, eine oder zwei Wochen vor der Reise einen Termin zur Überprüfung mit dem Service zu vereinbaren. Man hat nämlich dann auch die Möglichkeit, den Erfolg der durchgeführten Inspektionen oder Reparaturen in Ruhe festzustellen. Besonders wichtig sind solche Prüfungen bei unter der Hand gekauften Fahr­zeugen.

Es lohnt sich schon diese Vorbereitungen gründlich und ohne Hast zu treffen. Alle diese Arbeiten sind beim Stamm-Service immer billiger als auf der Reise. Die Unkosten für unvorhergesehene Aufenthalte sind meist sehr unerfreuliche Überraschungen.
Auch einen neuen Roller frisch aus dem Laden heraus soll man nicht sofort auf große Fahrt starten. Hier empfiehlt es sich, einige 100 km diesen zunächst ohne große Belastung zu fahren. Überlastet wird er auf der Tour noch lange genug.
Hat man seine Vespa auf Herz und Nieren geprüft oder prüfen lassen, dann schaut man nochmal das Werkzeug durch, wie weit dieses noch brauchbar ist.

Es sollte auf jeden Fall folgendes Bordwerkzeug vorhanden sein:

  • 1 Gabelschlüssel Größe 6/7, um im Notfall einen Unterbrecher erneuern zu können. Ferner dient dieser Schlüssel zum Nachstellen und Festziehen vom Schaltseil an dem Schaltsegment;
  • 1 Gabelschlüssel Größe 8/9, zum Einstellen der Stellschrauben für Kupplung, Schaltung, Bremsen und Vergaser;
  • 1 Gabelschlüssel Größe 10 und 11, zur Montage des Brems­zuges am Bremshebel der Vorderradnabe und verschiede­ner anderer Schrauben gleicher Größen;
  • 1 Gabelschlüssel Größe 14, zur Montage des Bremszuges am Bremshebel des Hinterrades;
  • 1 Zündkerzenschlüssel, Dieser ist ein Kreuzschlüssel mit den Größen 11, 14, 22 zur Montage der Zündkerzen, der Radmuttern und der Felgenmuttern;
  • 1 Schraubenzieher Sclmeidenbreite 1 mm
  • 1 Schraubenzieher Schneidenbreite 2 mm
  • 1 Schraubenzieher Schneidenbreite 3 mm
  • 1 Schraubenzieher Schneidenbreite 4 mm
  • 1 Kombi-Zange

Das wäre ein Satz Werkzeug, mit dem man für alles gerüstet ist, vorausgesetzt, daß die Qualität der Werkzeuge einen wiederholten Gebrauch derselben gestatten.

Für die Versorgung mit Ersatzteilen sollen drei Vorschläge dienen:

1. für kleinere Touren bis zu 500-600 km:

1 Kupplungsseil
2 Schaltseile
1 Bremsseil vorn
1 Bremsseil hinten
1 Zündkerze
1 Entstörstecker

2. für Touren bis zu 4000 km:

1 Kupplungsseil
2 Schaltseile
1 Bremsseil vorn
1 Bremsseil hinten
1 Zündkerze
1 Paar Unterbrecher
1 Entstörstecker
1 Reserveschlauch

3. für große Fahrt, vor allem in dünn besiedelte Länder:

1 Kupplungszug komplett
2 Kupplungsseile
2 Schaltzüge komplett
4 Schaltseile
1 Handbremszug komplett vorn
2 Handbremsseile vorn
1 Fußbremszug komplett
1 Fußbremsseil
1-2 Reservereifen
2 Reserveschläuche
2-3 Zündkerzen
1 Entstörstecker
1 Satz Unterbrecher
1 Zündspule
1 Kondensator
1 Gleichrichter für GS
1 Satz Glühbirnen
1 Kupplung komplett (bei GS die zur Kupplungsmontage notwendige Abziehschraube) 

Für unsere Vespa-Roller ist ein großzügiges Service-Netz aufgezogen, mit Ausnahme der Sowjetunion und den Ostblockstaaten. Für große Fahrt gibt der Vespa-Club v. Deutschland sehr gerne Auskunft über die jeweiligen Service-Netze für alle Länder. Nach Kenntnisnahme des in Frage kommenden Service-Netzes kann man sich dann auch entschließen, ob es ratsam ist, eine Kurbelwelle und vielleicht einen Zylinder mit Kolben mitzunehmen.

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