Schleswig-Holstein Tour 2020

Und dann war es soweit! Trotz Corona Panikmache fand unsere Tour vom 23.8 bis 28.8 statt.

Die Vorkehrungen gegen Ansteckungsgefahr hatten wir getroffen, indem wir separate Essens- und Aufenthaltsräume nur für unsere Tour-Teilnehmer organisiert hatten. Somit war sichergestellt, dass wir mit keinen anderen Hotelgästen in Berührung kommen. Einige der Teilnehmer reisten bereits Samstag an, der Großteil im Laufe des Sonntags.

Um 15 Uhr ging es dann in Tönning vom Hotel Fernsicht aus bei bestem Wetter los.

Insgesamt waren wir in Tönning mit 15 Personen und 11 Rollern unterwegs.

Teilnehmer auf der Nordsee Seite:

Günther Ritz, Erik Lieberknecht, Michael Link, Ulrich Trettin, Maximilian, Hayart und Karin, Petrus, Holger Leib, Stefan und Tatjana Stien, Maren und Jürgen Schwarz, Manfred Schulz, Dieter und Gerriet Schulz und als Besucher Gunilla und Karl-Heinz Petersen

Die von Jürgen geplante Ausfahrt führte uns über kleine Landstraßen zunächst zum Eidersperrwerk.

Wir bestaunten die großen Fluttore des Sperrwerks und schauten bei einem Schleusenvorgang zu. Einige nahmen die Gelegenheit war und aßen die ersten Fischbrötchen auf dieser Tour.

Nach anständiger Pause ging es dann weiter zur ältesten Schankwirtschaft Wilhelm Andresen hier in Schleswig-Holstein. Sie ist berühmt für ihre Trümmertorte und den Eiergrog und existiert bereits seit über 350 Jahren!

Leider muckelte auf dieser Tour die Vespa LML von Jürgen – aber Jürgen wäre nicht Jürgen, wenn er nicht des Nachts noch nach Hause gefahren wäre, um eine zuverlässige Vespa T4 aus seinem Fundus zu holen und damit dann die Tour zu Ende fahren.

Abends saßen wir alle zusammen beim Abendessen in unserem separaten Raum mit Blick auf die Eider. Und dann war der Sonntag auch schon zu Ende und wir freuten uns alle auf die erste längere Ausfahrt.


Am Montagmorgen waren alle mit vollgetankten Vespen bereit und wir starteten bereits um 9.15Uhr, aber nur, um etwa 750m zu unserem Ausflugsdampfer Adler II zu fahren. Der Tag sollte nämlich zunächst mit einer Schifffahrt beginnen zu den Seehundbänken und auf die Nordsee.

Mit Adler II auf Seehundsuche und da lagen sie, die Seehunde

Unterwegs wurde uns einiges erklärt zur Eider, den Gezeiten, dem Fischfang und es wurde sogar ein kleines Grundnetz ausgebracht und der Fang in humorvoller Weise gezeigt und erläutert.

Gegen 13 Uhr waren wir zurück und es ging dann auch direkt zu unserer ca. 95 Km langen Vespatour los. Wir fuhren zunächst bis Katharinenheerd (3) und besichtigten dort die kleine Kirche.

Ein Pferd mit Reiter in der Kirche, das gibt es auf Eiderstedt nämlich nur in Katharinenheerd: links neben dem Altar hat die Skulptur des heiligen Georg (15. Jahrhundert) die Gemeinde im Blick. Neben der Kirche steht der freistehende, hölzerne Glockenturm. Ihn ziert eine Windfahne mit der Jahreszahl 1604.

Die Kirche St. Katharina selbst wurde bereits 1113 erstmals erwähnt. Der Pastor, der extra für uns zur Kirche kam und aufschloss, hatte leider nicht viel Ahnung von der Kirche, da er erst vor kurzer Zeit hier das Pastorat übernommen hatte.

Dann ging es weiter nach Tetenbüll (4), wo wir im Zentrum das Haus Peters, einen liebevoll restaurierten Kolonialwarenladen aus dem Jahr 1820 besichtigten. Man fühlte sich direkt in die damalige Zeit zurückversetzt.

Der einzige 10 minütige Regenguss bei Tetenbüll war zum Glück schnell vorüber und das Wetter zeigte sich danach von seiner besten Seite.

Weiter ging es durch die Feldmark Richtung St.Peter Ording zur Seebrücke. Es ging über Bockshörn (5), Ehst (6), Sankt Peter Böhl (7) nach SPO (9).

Es war ja auch inzwischen wieder Zeit für ein Fischbrötchen oder andere Kleinigkeiten für den ausgehungerten und durstigen Vespisti.

Die Roller wurden also für 45 Minuten vor der Therme abgestellt und wir marschierten nach einer Stärkung Richtung Gosch vor der Seebrücke.

Alle da und es ging uns gut.

Nach ausgiebiger Pause ging es dann weiter über Tümlauer Koog, Westerhever nach Poppenbüll, wo wir eine Spinnwebkate besichtigten.

Vorher gab es allerdings noch eine Panne (13) an Ullrichs Roller, der die Fahrt kurz hinter SPO leider beenden musste. Der Roller nahm das Gas nicht richtig an. Später stellte sich heraus, dass die Batterie leergezogen wurde. Ursache war ein defekter Bremslichtschalter, der das Bremslicht dauerhaft leuchten ließ. Das schaffte die Lichtmaschine allein nicht und nuckelte die Batterie leer. Kleine Ursache – große Wirkung!

Trotz aller Bemühungen musste der Roller stehenbleiben und abgeholt werden.

In Poppenbüll (15) erwartete uns bereits Frau Rölke, eine ehemalige Grundschullehrerin, die hier eine beachtliche Sammlung an alten Webstühlen aufgebaut hat und auch Web -Kurse anbietet.

Ein Handwerk, welches es echt in sich hat.

Bei dem rechten Webstuhl ist die Steuerung mittels Lochkarten realisiert. In Betrieb ein einziges geklicker und geklacker.

Dann ging es wieder weiter über Osterhever (19) zum Norderfriedrichskoog (20) und Uelvesbüll (22).

Der geplante Kaffeestop musste ausfallen, da ausgerechnet heute Ruhetag war – damit hatten wir nicht gerechnet. Also fuhren wir einfach weiter und drehten ein über Oldenswort (23) und dann wieder durch die Feldmark zurück nach Tönning. Gegen 17.30 Uhr waren wir zurück und wir konnten nach kleiner Erholung unser Abendessen im Hotel einnehmen. Insgesamt ein schöner Tag mit leider einem Rollerausfall.

Der wurde aber schon am nächsten Tag repariert und Uli konnten die Tour wieder mitfahren.

Das war die von Dieter und Manfred geplante Montagstour


Auch am Dienstag spielte der Wettergott auch wieder mit und wir starteten zu Jürgens Tour gegen 10 Uhr mit vollgetankten Rollern. Diese Tour sollte uns über ca. 105 Km führen.

Ab Pkt 3 kleiner Aussetzer meiner Aufzeichung

Die Tour führte uns also zunächst nach Friedrichstadt, wo wir eine Grachtenfahrt unternahmen. Die Pause hier war etwas üppig geplant, so dass wir genug Zeit hatten für ein gutes Fischbrötchen.

Der eine hielt Ausschau nach Kaffee, der andere Fischbrötchen und es gab auch Teilnehmer, die lieber eine reelle Bratwurst wollten. Danach dann die Kahnfahrt durch die Grachten von Friedrichstadt.

Dann ging es weiter, zunächst zum Storchendorf Bergenhusen zum Autohaus von Stephan Stien. Hier wurde auch der Fehler an Ullrichs Roller gefunden – der kaputte Bremslichtschalter. Da Ulrich bis hierher mit frisch geladener Batterie fuhr, ging es ab jetzt sorgenfrei weiter und der Roller gab sein Bestes.

Von hier ging es dann zum Zapfsäulenmuseum von Adolf Trede in Osterwittbekfeld. Hier finden sich über 150 historische Zapfsäulen, von denen mindestens die Hälfte noch funktioniert – allesamt restauriert von dem rüstigen Rentner, der früher diese Anlagen gewartet und repariert hatte.

Sicher gibt es viele Sammler historischer Tankstellen, doch was der heute 78-jährige Adolf Trede im Laufe der Jahre gesammelt hat, sprengt bei weiten den üblichen Rahmen – Quelle: https://www.shz.de/6604991

Nach dem Zapfsäulenmuseum ging es dann weiter im großen Bogen zum Herrenhaus Hoyerswort, wo wir Pause für Kaffee und Kuchen machten.
Danach ging es zurück nach Tönning. Auch diese Tour hat wieder viel Spaß bereitet und wir hatten super Rollerwetter.

Beim gemeinsamen Abendessen übergaben wir an alle Teilnehmer der Tour einen extra von uns gestalteten Kaffeebecher mit unserem Motiv.


Mittwoch war „Bettenwechsel“ – wir fuhren mit unseren Wohnmobilen und Fahrzeugen rüber zur Ostsee zum Hotel Rosenheim in Schwentinental, die Camper zum Kanucenter Preetz, etwa 7 Km entfernt.

Die Fahrt von Tönning nach Schwentinental war stürmisch und regnerisch, so dass Erik seinen Roller zunächst in Tönning stehen lassen muss. Er wird ihn später zusammen mit dem „Präsidenten“ abholen.

Nachdem alle im Hotel „Rosenheim“ eingetroffen sind, hat Egon für Mittwochnachmittag eine kurze Tour (ca. 40 km hin und zurück) nach Plön zum Schloss und Einkehr in die Schwimmhalle, einem Café/Restaurant im Schlossgebiet, einst erbaut für den jüngsten Sohn des Kaisers und den Schwimmunterricht für die Prinzen und Kadetten. Hier werden auch Ausstellungen und Konzerte abgehalten.

Die Fahrt dorthin stand unter dem Vorbehalt, dass der ergiebige Regen endlich aufhört- Um 14.30 Uhr war es denn auch soweit und wir konnten mit 5 Rollern losfahren. Erik und Michael waren ja noch unterwegs, um den Roller in Tönning abzuholen. Egon kam mit dem PKW, da er dem Wettergott nicht traute. Kurz vor unserem Ziel, welche wir auf malerischen Straßen fast ohne Regen erreichten, geschah dann ein kleines Unglück. Manfred hatte auf noch regennasser Straße die Kontrolle über seinen Roller verloren, stürzte und der nachfolgende – Dieter – verlor damit auch die Kontrolle und stürzte ebenfalls. Dieters Roller war danach nicht mehr fahrbereit, Dieter selbst hatte sich den Fuß verstaucht und einige Quetschwunden am Unterschenkel.

Der Roller von Manfred hatte nur eine kleine Beule an der Seitenbacke, genau wir Manfred selbst. Da waren es leider nur noch 4 Roller, die dann später zurückrollten bei inzwischen trockener Landstraße. Dieter war natürlich traurig, dass er den Rest der Tour nicht mehr mitfahren konnte.

Wichtiger war jedoch, dass wir keine größeren Verletzungen davongetragen haben. Zurück in Schwentinental-Süd geht es natürlich erstmal zum Tanken, damit wir die Donnerstag Tour planmäßig starten können.

An diesem Abend ging jeder seinen eigenen Weg.

Die Camper blieben auf dem Campingplatz und leckten ihre Wunden, die Hotelgäste blieben im Hotel und fragten sich, ob bei den Wetterprognosen die weiteren Fahrten überhaupt durchgeführt werden konnten.


Am Donnerstag starteten wir zu Egons Tour. Wir waren zunächst 7 Roller, da Uli und Jürgen/Maren inzwischen abgereist waren und Tatjana und Stephan auch nur an der Nordsee dabei sein konnten.

Das Wetter meinte es wieder einmal gut mit uns – zum Glück traf die Vorhersage nicht ein und wir hatten optimales Rollerwetter.

Wir starteten gegen 9.45 Uhr in Richtung Laboe. Dort gab es die erste Besichtigung des U-Boots und Marine Ehrenmal. Das Ehrenmal wurde zwischen 1927 und 1936 als Gedenkstätte für die im 1. Weltkrieg gefallenen deutschen Marinesoldaten errichtet. Heute ist das Marine-Ehrenmal eine nationale Gedenkstätte mit internationalem Character.

U 995 ist ein deutsches U-Boot der ehemaligen Kriegsmarine vom Typ VII C/41, das im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Im September 1943 wurde es in Dienst gestellt und absolvierte neun Feindfahrten. Heute  steht es am Strand von Laboe und kann besichtigt werden.

Neben den 4 Offizieren waren weitere 48 Seeleute aller Dienstgrade an Bord des 67,2m langen und 6m breiten U-Boots. Es liegt hier seit 1972 als technisches Museum. – tolle Eindrücke von der Enge an Bord.

Danach ging es hinauf auf das Marine Ehrenmal – mit dem Fahrstuhl. Wir wurden mit einer phantastischen Aussicht belohnt.

Zur einen Seite die Kieler Förde und zur anderen Seite weit draußen die Lotsenstation für die großen Pötte und am Horizont konnte man bis Dänemark sehen.

Nach diesem Erlebnis ging es weiter zum Museumsbahnhof in Schönberg. Der hatte leider geschlossen und wir konnten nur einen kleinen Teil der alten Bahnen und Lokomotiven anschauen. Dafür ging es dann zügig Richtung Strand zu unseren inzwischen obligatorischen Fischbrötchen. Ein kurzer Regenguß während unserer Pause tat der guten Laune keinen Abbruch, zumal es danach wieder Topwetter war.

Weiter ging es nach Hohenfelde zu einer Straußenfarm. Mein Gott, sind das Riesenvögel – sozusagen der A380 in der Vogelwelt – nur fliegen können die nicht. Günther hat sich direkt in einen Strauß verliebt und ihn gekauft.

Mehr zu den Straußen von Hohenfelde könnt Ihr hier nachlesen: http://www.straussenfarm-ostseeblick.de/seite06.htm

Dann ging es aber auch schon wieder Richtung Hotel. Über Passade nach Probsteierhagen machten wir Station im Irrgarten. Das Heckenlabyrinth auf dem Areal des Ausflugslokals „Irrgarten“ erstreckt sich über weite 2000 m². Schön dicht sind diese Hecken, wurden sie doch bereits 1914 angelegt und werden seitdem liebevoll gepflegt. Hier gab es Kaffee und Kuchen und bei einem Vespisti natürlich wie immer ein großes Weizenbier mit Kuchen – auch schon Tradition.

Nach 110 Km beendeten wir die Tour in Schwentinental und trafen uns Abends zum Abendessen. Holger hatte uns dann inzwischen auch verlassen, da er noch Termine hatte, die nicht zu verschieben waren.


Freitag war der letzte Tag unserer Tour und wieder hatten wir trotz schlechter Prognose bestes Rollerwetter. Start wie immer gegen knapp 10 Uhr, die Zahl der Teilnehmer merklich geschrumpft, aber immer noch stattlich. Nach kurzer Fahrerbesprechung und mit guter Laune fahren wir zuerst zu einem alten Rittersitz in Holstein, dem Schloss und Gut Salzau. Das neobarocke Schloss steht zur Zeit leer und kann auch nicht besichtigt werden.

Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter am Rande der Holsteinischen Schweiz zum neogotischen Aussichtsturm Hessenstein (1€ Eintritt für das Drehkreuz).

Der Aussichtsturm Hessenstein, die bunten Fenster geben dem Innenraum eine besondere Athmosphäre und die Aussicht war auch grandios.

Nun fahren wir über Darry zum ca. 500 Jahre alten Gut Panker. Es liegt direkt an der Ostseeküste, zwischen Lütjenburg und Schönberg in der Holsteinischen Schweiz. Berühmt ist Gut Panker für seine Trakehnerzucht. Rund 30 Pferde tummeln sich im Sommer auf den Weiden rund um das Gutshaus. Hier gibt es aber auch jede Menge Kunsthandwerk und auch ein Sterne Restaurant, wo man für 12 Euro ein Erbsensüppchen als Vorspeise genießen kann.

Nach guter Pause geht es vorbei an Behrensdorf, dem großen Binnensee nach Hohwacht zur Seebrücke.

Hier gesellt sich auch Jürgen Schwarz wieder zu uns, der die Herausforderung von 120Km Anreise auf sich nahm, um den Rest der Tour mit uns gemeinsam zu fahren.

In Hohwacht gab es dann auch wieder Fischbrötchen und herrliche Aussicht auf die Ostsee, die Segler und Surfer.

Die Tagesstrecke für die Freitagstagtour lag bei ca. 120 km.

Die letzten 8 Teilnehmer beim Abschiedsessen im Hotel Rosenheim.

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Zum Abendessen haben wir als Planungsteam noch 2 Preise verliehen.

Günter Rietz erhielt einen kleinen Pokal als ältester Teilnehmer mit der ältesten Vespa, die die ganze Tour zuverlässig ihren Dienst versehen hatte.

Erik erhielt einen Vespasticker für die weiteste Anreise auf eigenem Roller.

Dieter und Manfred sagen Danke, dass Ihr teilgenommen habt. Wir hoffen, dass Ihr genauso viel Spaß hattet, wie wir.

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