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Zum Saisonende ein Rückblick der Vespa-Veteranen-Freunde vom Stammtisch Nord auf das Ereignis des Jahres 2007

 

Unsere Tour  mit dem Vespa Veteranen-Club Deutschland e.V. Regionalgruppe Südwest entlang der „Romantischen Strasse“ von Würzburg nach Füssen.

 

Mit 4 Rollern, zwei GS 3, einer T 4 und einer Cosa FL trafen wir auf die Südwestler in Rottendorf bei Würzburg. Wir das sind Jürgen Gerdau, Jürgen Schwarz, Dieter Schulz, Ursula und Manfred Golz.
Nach einem Klönabend am 22.8. sattelten wir am 9. morgens die Vespen. Unser Gepäck nahm  Schürers T4 auf, der auch mit einem  Anhänger ausgerüstet war. Warum dieser Anhänger, werden wir leider noch erfahren.

Mit 20 Vespa's, vorneweg Alfred Kühnert mit der VVCD-Flagge, gefolgt von Horst Schürer mit der Fahne Baden-Württembergs und nach hinten abgesichert durch den VW-Bus mit Ingeborg Schürer im Cockpit, begleitet von Hannelore Kühnert als Copilotin und dem gelben Blinklicht auf dem Dach.
Über den Main ging es dann auf Nebenstrassen durch reizende kleine Orte mit winkenden Menschen, hübschen Häusern und kleinen Winzerhöfen. Was uns Nordlichtern ganz besonders auffiel war der reichliche Schmuck der Fassaden und Mauern mit leuchtenden Blumen. Sonnenblumen reckten ihre Köpfe nach uns. Das Wetter steuerte seinen Teil zur Farbe der Blumen und unserer guten Laune bei.
Unser erster Halt war das Schloss Weikersheim mit seiner romantischen Kulisse. Genau das richtige Bauwerk, um davor unsere Roller zu einem örtlichen Pressetermin zu präsentieren . Nach Fotos, Kaffee und Wein zogen wir weiter zum Gasthaus Holdermühle an der Tauber durch dessen Gastraum die bayrisch-württembergische Grenze führt. Der ideale Platz für ein fränkisches Mittagessen und den ersten Kupplungsseilwechsel. Ihr kennt es ja, erst geht die Kupplung immer leichter, dann noch leichter aber ohne Trennung und dann knackt es. All zu  oft  erahntes  Geräusch verbunden mit der Erwartung „na wann?“ (knackt es).

Weiter ging es mit einem Besuch in der Herrgottskirche in Creglingen und einer Erinnerung an die Schulzeit. Wer war noch Tilmann Riemenschneider ? Ach ja der hatte ja vor langer Zeit Altäre und anderes geschnitzt. Eines dieser Wunderwerke war hier zu  bestaunen. Schön, sehr schön!! Gegenüber das Fingerhutmuseum.
Dann ging es mit Geknatter zum Landgasthof „Schwarzes Lamm“ in Detwang unterhalb der Stadt Rothenburg ob der Traube (oder Tauber?). Ein Teil des Wochenendes verbrachten  wir mit dem VC Rothenburg auf dessen Jahrestreffen direkt an der Tauber  in und vor einer grossen Scheune über deren Tresen ein Skelett eines DKW-Munga (Bundeswehr) hing.

Am Samstag erwartete uns ein Team des Bayrischen Fernsehens in R.o.T. Hierzu musste flink gefrühstückt werden, um anschliessend zweimal im Korso durch die Altstadt Rothenburgs zu fahren. Wir waren da! Das bedeutete für Einheimische und Massen von Touristen  und Vespa verrückten Japanern Blicke und Kameras auf uns und die Vespas gerichtet. Was sind schon mittelalterliche Fassaden, Gewölbe, Tore , Giebel  und Brunnen gegen uns und  Hannelore mit Petticoat und T4, GS 3 , GS 4, Rally, Sprint und PX ?!?!

Also Aufstellung am Rathaus, Kamera an und ein Interview mit unserem Präsidenten Jürgen Rahmer. (macht er sehr gern). Danach einige sehr launige Führung durch die Stadt. Toll.  „Was können wir dafür, dass Bayern zu  Franken gehört ??“
Fast hätte ich es vergessen, natürlich bedankten wir uns  bei  Bürgermeistern, Fremdenführern, und sonstigen um uns Bemühten stets artig mit einem lang eingeübten 3-fachen Vespa Roll (melodiös und gar nicht leise) was ist schon ein Da da da -daah aus Beethovens 4. Sinfonie ??
Am Sonntag mit Zweitaktpower – den Slogan der Fünfziger „Vespa für flotte Leute von heute“ im Kopf und Zweitaktparfüm in der Nase ab nach Dinkelsbühl durch eine romantisch schöne Landschaft bei  Sonnenschein und guter Laune, so schön, dass die erste Schöne mit dem dicken Hintern (GS 3) herumzickte. Nach ein paar  Streicheleinheiten und gutem Zureden ging es dann wieder eine Weile. Vielleicht fühlte sie sich in ihrem türkisen Kostüm nicht wohl  und auch der Schmuck machte ihr zu schaffen.

Dinkelsbühl , wieder wunderschön; Stadtführung ,wichtiger: Vespas vor der Kirche aufgestellt alle Lenker nach rechts und Foto, Foto ,Foto.. Aufgestellt hatte sich auch Theo Däschlein aus Bechhofen mit  Dreien seiner bei ihm angefertigten Vespa-Gespanne.
Danach wurden wir vom Wirt des Gasthofes Waldeck mit seiner Boxer-BMW abgeholt, um auf kleinen und kleinsten Strassen zu unserer nächsten Unterkunft zu gelangen. Er genoss diese Tour sichtlich und wäre gern mit uns auf die weitere Tour gegangen.
Beim Versuch uns nicht abzuhängen, blieb dann wieder unsere zickende  Diva hängen; diesmal war es ihr wohl zu langsam. Vierzig ist nichts für einen hundert km/h-Roller . Jetzt wollte sie nicht mehr selbst fahren ,also rauf auf den Trailer (nun erfuhren wir dessen Bedeutung, leider). Angekommen in Waldeck ging es  dann mit der “ Diven Operation“ los.
Wieder eine sehr schöne Herberge mit geschmackvoller reichhaltiger fränkischer Küche   ( O-Ton Hannelore das ess´ ich sonst die ganze Woche nicht ),bei kühlem Bier und Wein zu Preisen, von denen wir Nordlichter nur träumen. Gut ausgestattete Zimmer Gottseidank ohne Waage !! Aber mit Ausblick auf eine traumhafte Hügellandschaft. Reiseprospektansicht.
Benzinhahn aperto , Kupplung gezogen einen Ruck nach oben und  avanti  forza Nördlingen .
 Führung wieder mit Gummikuh und Wirt auf nicht enden wollenden wunderschönen Nebenwegen durch Felder und Auen. Bürgermeisterempfang und der Himmel azzuro.Verzicht auf den Stadtrundgang bei 30 ° C im Schatten. Begrüssung mit alten Vespas, vielen schön restaurierten Smallframes und Kind und Kegel.

Fast hätte ich Horst Schürer vergessen. Foto, Fotos dann noch ein Fotostopp notfalls bei Grün auf der Kreuzung. Da kennt er „ nix“. Warnungen vor herannahenden  Autos ignoriert er . Erst Foto dann fahren. Ohne Fotos keine Weiterfahrt !
Danke HORST !!!
Unsere Horde hatte sich inzwischen um Fritz und Karin erweitert und somit auch die Zahl der Roller-Oldtimer- (innen) um Rally und Sprint V.
 Arrivederci  Nördlingen auf der Via Claudia mit
 Kaffeestopp in der Filmstadt der fünfziger Jahre  Donauwörth. Heimat der Käthe Kruse Puppen und des Venus-Rollers von 1953( wer kennt den noch?).. Leider keine Zeit für das wunderschöne Museum der KK-Puppen.
Karl May, Gary Cooper und Bonanza rufen. Wo? Natürlich in Dasing nahe Augsburg in der Western-City bei Fred Rai und seinem Quarterhorse Spitzbub. Wieder Television und Interview mit Jürgen Rahmer. Das erste Fahrzeug von Fred war übrigens  bella macchina Vespa.
 Uns erwartete eine Western- Darstellung der Spitzenklasse und Trude Herr, Tina Turner ,Frank Sinatra und Karin als Messer-Opfer und nicht zu vergessen Fred Rai mit seinem schwarzen Spitzbub einem traumhaften Pferd!! „amerikanisch“  schlafen im Highway-Hotel – kein Frühstück. Dafür Self-Service- Breakfast. Schmeckte auch.
An einem grauen Morgen geht es ab nach Landsberg am Lech. Da sipt was in der Luft.    
Empfang beim Bügermeister  und Sekt bei seinen Damen. Und ein lautes Vespa Roll, selbstverständlich dreifach.
Ein absoluter Höhepunkt unserer Tour der Besuch bei SIP Scootershop GmbH. Wir lernten unser neues 377tes Clubmitglied (Ralf Jodl von SIP) kennen und Freunde seiner Mannschaft. Dann Biergarteneinladung, Tische, Bänke und Weißbier, Weißwürste und Brezen satt. Jeder bekam einen Liter Öl geschenkt und auf alles was er kaufte 10 % Preisnachlass. Endlich bekam ich meinen Cosa-Stator(auf so ein Teil wartet man bei den Piaggio-Händlern 6 Monate bis ewig).
Die zwei Stunden bei SIP vergingen wie im Fluge. Ralf und Alex bewiesen eine Engelsgeduld und hielten schier unerschöpfliches Wissen parat.

Nach soviel Eindrücken umschalten und abfahren nach in Issing am Ammersee Oldies kucken.
 Außer Vepas gab es noch anderes in den Fünfzigern auf 2, 3, oder 4 Rädern.
Und alte Röhrenradios und Küchengeräte und Spielzeug und sonstige Technik war hier in einer restaurierten Scheune zu bewundern.

Nach fünf Tagen Sole, Sole, Sole nun grigio also grauer Himmel und Wasser von oben.
Eine Regenfahrt nach Füssen, dem Ziel unserer Reise (aber war nicht der Weg das Ziel???) entgegen. Vorher noch die Wieskirch´n mitgenommen und dann unter Wasser weiter. Dann mit nassen Füßen nach Füssen. Macht nichts, Auto fahren kann jeder.
Nach anstrengendem Touristikprogramm zum ersten Mal Freizeit und zwei ausgelassene Abende  bei Frankenvesper Vino bianco et rosso. Ach so und natürlich Klarer vom Fass in den Rachen.

Am Donnerstag in der Früh´  Arrivederci , Tränen,  Wiedersehen in Berlin, Stuttgart oder irgendwo und irgendwann !!
 Fahrt zurück nach Würzburg mit einer Übernachtung , von da in den Norden  auf mehr Achsen.
Uschi mit der Deutschen Bahn nach Hamburg und der Schreiberling 900 km in 5 Tagen auf zwei Rädern nach Norden, wo schon die nächste Tour anstand.

 Quintessenz. Tolle Tour , tolles Programm , tolle Planung !

 

Vielen, vielen  Dank Horst und Horst und allen Helfer(innen)

 

Finito und ein dreifach Vespa --- Roll   Vespa --- Roll    Vespa --- Roll
2 0 0 8  genauso doll

 

 

Text: Manfred Golz

Fotos: Dieter Schulz

 

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